Sonntag, 15. August 2010

Wie uns die Fremden sehen

Die Debatte rund um Griechenlands Finanzkrise hat vielfache Reaktionen und Diskussionen ausgelöst. Es wird viel über Griechenland gesprochen, über die griechische Kultur geurteilt aber stets aus dem Blick ökonomischer Leistungen. Hier ein literarischer Beitrag, der zum Nachdenken anregen soll, und auf seine Weise wieder aktuell erscheint.




Als Literaturwissenschaftlerin möchte ich ein Figurengedicht vorstellen, auf das ich im Rahmen meiner Doktorarbeit zur visuellen Poesie im griechischen Kulturraum gestoßen bin.



Es ist ein Pyramidengedicht von Ntinos Siotis, in Athen am 22. Juli 1996 geschrieben, 1999 in seiner Gedichtsammlung „Mouseion Aeros“ veröffentlicht und hier zum ersten Mal übersetzt.



Die Zeilen nehmen jeweils um ein Wort ab, jeder Vers bekommt hierdurch seine eigene Betonung und Bedeutung. „Wie sehen uns die Fremden?“ – nicht nur ein Anstoß zum Nachdenken über das ‚wie’ sondern auch ein Nachdenken über den Begriff des ‚Fremden’ in der so schön als ‚Europäische Union’ bezeichneten Gemeinschaft.

Wie uns die Fremden sehen



Wie sehen uns die Fremden?

Sehen uns die Fremden?

Sehen die Fremden?

Die Fremden?

Fremde?







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